Volunteer Blog

Als Neue in Luxemburg bemerkte ich bald schon das, was ich jetzt die luxemburgische Identität nenne. Ich kam mit dem Gedanken hier her, dass Luxemburg meinem Heimatland Deutschland sehr ähnlich sein muss. Damit habe ich eigentlich auch Recht aber hier ist nicht nur alles Deutsch sondern auch Französisch und als erstes Mal Luxemburgisch.

 

Klar wusste ich schon vorher dass hier auch Luxemburgisch gesprochen wird, aber nicht wann genau. Wenn zum Beispiel zwei ältere Damen sich im Bus unterhalten dann sprechen sie Luxemburgisch, wenn der Verkäufer sich im Laden mit seinen Kunden unterhält spricht er aber Französisch. Und wenn eine deutsche Freiwillige versucht auf Französisch zu bestellen dann sprechen die Verkäufer auf einmal Deutsch, weil sie so nett sind und nicht wollen, dass man sich quält. Abgesehen davon das ich so nie Französisch lerne, ist mir das sehr sympathisch. Die Leute an der Bushaltestelle sprechen portugiesisch miteinander zumindest vermute ich das. Die Sprache ist also Multikulti. Die Luxemburger freuen sich aber wenn Migranten sich die Mühe machen Luxemburgisch zu lernen, denn sie lieben ihre Sprache!

 

Und die Luxemburger lieben ihren Großherzog! Dass es ihn gibt fällt einem schnell auf, wenn man hier lebt. Jeden Tag wird von ihm in den Zeitungen berichtet, wohin er seine Ausflüge unternimmt und welchen berühmten Politiker er wieder getroffen hat. Dabei ist der Großherzog wohl ein moderner Herrscher, der nur repräsentieren und nicht regieren will. Er ist das Staatsoberhaupt Luxemburgs, ernennt die Regierung und vollzieht die Gesetze. Das bedeutet, ich lebe jetzt in einer Monarchie die von Großherzog Henri regiert wird. Luxemburg ist übrigens das einzige Großherzogtum das es noch gibt.

 

Und sonst haben die Luxemburger auch einige Eigenarten. Es gibt hier zum Beispiel keine kleinen Gabeln, Kuchen wird deshalb mit Messer und Gabel gegessen.

Interessant sind auch die Feste die in Luxemburg gefeiert werden. Da gibt es zum Beispiel jedes Jahr nach Pfingsten  eine Prozession in Echternach bei der die Teilnehmer zu Polkamusik durch die ganze Stadt springen und dabei einen Riesenspaß haben.

Der Nikolaus ist für die Kinder wichtiger als der Weihnachtsmann und fährt in einem riesigen Umzug durch die Stadt um den Kindern Süßigkeiten zuzuwerfen.

 

Luxemburg hat mit 40% einen hohen Ausländeranteil. Die Pendler die jeden Tag zum Arbeiten über die luxemburgische Grenze kommen, machen ungefähr 40% der Beschäftigten aus. Trotz dieser Zahlen gibt es in Luxemburg fast keine Ausländerfeindlichkeit. Es gibt nicht mal eine rechte Partei. Die Luxemburger wissen das sie etwas besonderes sind und sind stolz darauf, dass ihr Land obwohl es so klein ist immer noch existiert. Sie sind stolz auf ihre eigene Sprache, ihren Großherzog, ihre Nationalflagge und ihren Leitspruch: "Mir wolle bleiwe wat mir sin"

Ich würde mich drüber freuen wenn das klappt, denn ich habe dieses Land schon nach einem Monat sehr lieb gewonnen, so wie es ist.

 

Hallo, mein Name ist Antonia, ich bin 19 Jahre alt und habe vor ein paar Tagen mein EVS also meinen Europäischen Freiwilligendienst begonnen. Ich bleibe für ein Jahr in Luxemburg um dort zu leben und bei der CGJL zu arbeiten. So ein freiwilliges Jahr kann jeder junge Europäer machen, denn die Kosten werden von der EU getragen. Wenn ihr Interesse habt findet ihr alle Infos auf der Seite http://ec.europa.eu/youth/youth-in-action-programme/doc82_en.htm

 

Ankommen

Ein Jahr im Ausland beginnt… zuerst einmal aufregend. Ich komme spätabends in meiner neuen WG in Oberkorn an. Zusammen mit 4 anderen Freiwilligen werde ich hier leben und ein Jahr lang Luxemburg unsicher machen. Das bedeutet für mich eine neue Sprache lernen, das Land kennenlernen und das erste Mal selbstständig sein. Was selbstständig sein bedeutet merke ich gleich am ersten Morgen als mir auffällt das ich kein Frühstück gekauft habe  (danke an meine nette Mitbewohnerin für alles was du mit bis jetzt abgegeben hast!)

 

Die ersten Tage in Luxemburg

In den nächsten Tagen merke ich das umziehen ganz schön kompliziert ist… Anmelden in der neuen Stadt, Konto eröffnen, Handykarte kaufen, Jahreskarte für den Zug besorgen, herausfinden, dass der günstigste Supermarkt in Frankreich ist (ja, ich fahre nach Frankreich zum einkaufen), herausfinden, dass man noch viel Französisch lernen muss, sich zum Sprachkurs anmelden…

 

Das Tolle ist, dass man überall neue Leute trifft und die ganze Zeit über andere Sprachen spricht. In Luxemburg weißt du nie woher dein Gegenüber kommt, der Ausländeranteil liegt hier bei 37%. Ich denke inzwischen nicht mehr nur auf Deutsch sondern auch auf Englisch und Französisch was sehr lustig ist. Ich habe hier Leute aus Albanien, Spanien, Ungarn und Irland kennengelernt. Außerdem sind hier alle sehr nett und versuchen dir zu helfen wenn du Probleme hast und nicht weiterkommst. Sogar die Busfahrer sind freundlich!

 

Jetzt will ich hier erstmal einen Alltag finden und dann das Land noch besser kennenlernen. Am Wochenende bin ich zum Beispiel beim Seifenkistenrennen…